12.05.2017

Hansa-Primus Sasel: Cholevas und drei weitere Neue im Anmarsch!

Sieben Mann künftig nicht mehr (regelmäßig) dabei

Matthias Cholevas wechselt von Oberligist Concordia an den Parkweg und soll "eine tragende Rolle" im Saseler System einnehmen. Foto: KBS-Picture.de

Der TSV Sasel hat eindrucksvoll bewiesen, dem großen Druck standhalten zu können! Am vergangenen Freitagabend dominierten die „Zankl-Zauber“ im für sie „Alles-oder-nichts-Spiel“ gegen den Bramfelder SV die Anfangsphase nach Belieben und erzielten – trotz der zwischenzeitlichen Rückschläge – in der 96. (!) Minute den viel umjubelten 3:2-Siegtreffer vom Elfmeterpunkt. Wie immens wichtig dieser dreifache Punktgewinn für die „Parkwegler“ war, verdeutlicht der Blick auf die Tabelle. Denn bei einer Niederlage wäre man so gut wie raus gewesen aus dem Aufstiegsrennen – nun führt man das Tableau der Hansa-Staffel an und hat alles in eigener Hand.

Der Ex-Saseler Sirlord Conteh (li.) hat sich zu einem Leistungsträger bei den Kiezkickern entwickelt. Foto: KBS-Picture.de

Schon vor der Saison waren sich die Experten mal wieder einig: Die Meisterschaft in der Landesliga Hansa kann nur über den TSV Sasel führen. Bereits im Jahr zuvor hatte man die Favoritenstellung inne – trotz der Konkurrenz aus Osdorf und Wedel, die schlussendlich den Sprung ins Oberhaus schafften. Stellt sich die Frage: Woher rührt eigentlich dieses Zutrauen in die Mannschaft vom Parkweg? Ist es nur der ansehnliche Fußball, den der TSV zelebriert, weshalb man zum großen Favoriten ernannt wird? Oder liegt es allein an den Namen? Sicherlich haben die Mannen von Übungsleiter Danny Zankl den einen oder anderen Ausnahmenkönner in den eigenen Reihen. Aber wirft man mal einen Blick auf die Akteure, die in den letzten zweieinhalb Jahren – seitdem Zankl das Sagen hat – dort aktiv waren, es inzwischen aber aus verschiedensten Gründen nicht mehr sind, dann kann dies nur äußerst bedingt der Grund dafür sein, weshalb der Druck stetig zu steigen scheint: In der ersten Saison unter Zankl brachen verletzungsbedingt wichtige Stützen wie Torhüter Jo-Daniel Krohn oder auch Kapitän Maximilian Paasch weg. Es folgten die Jahre über Abgänge von Spielern wie Sirlord Conteh, Edin Tanovic (beide St. Pauli II), Marco Schiavone (Altona 93), Michael Meyer (FC Teutonia 05), Mazlum Oguz (Altona 93/BU), Patrick Westermann, Sven Körner oder auch Ardian Sejdiu (alle Karriereende aufgrund von Beruf oder Verletzungen). Alles immens wichtige Stützen und absolute Leistungsträger, wie auch Zankl meint. „Das waren für uns nicht irgendwelche Spieler. Das sind ganz schöne Hausnummern gewesen!“

"Setzt du ein Highlight, erwarten dies alle Woche für Woche von dir"

Tobias Steddin wäre beinahe der dritte TSV-Akteur geworden, der bei der U23 des FC St. Pauli sein Glück versucht. Foto: Heiden

Kompensiert wurde dies vornehmlich mit Neuzugängen aus der A-Jugend (Tobias Steddin, Marwin Bolz, Adem Aydin, Jean-Lucas Gerken, Lenny Kratzmann oder Lukas-Gabriel Kourkis, um nur einige Beispiele zu nennen), von Landesliga-Konkurrenten wie TuRa Harksheide (Benedikt Neumann-Schirmbeck und Diego Wohlers), SC Schwarzenbek (Tolga Celikten und Ruven Scharnberg), SC Poppenbüttel (Lukas Wenzel), oder aber mit vereinslosen Spielern wie Daniel Lichy. Im ersten Anblick nichts, was dafür sorgt, dass der TSV Sasel unantastbar vornweg marschieren müsste. „Die Erwartungen steigen ständig. Gegen Schwarzenbek müssen wir haushoch gewinnen und gegen alle anderen Mannschaften zumindest deutlich. Wenn du ein Highlight setzt, dann denken alle, das müsse jetzt jede Woche der Fall sein. Aber dem ist nicht so. All das ist harte Arbeit“, so Zankl, der ergänzend anfügt: „Ich will gar nicht rumjammern, aber denke schon, dass wir in den letzten zweieinhalb Jahren arg gebeutelt waren – ob nun durch Verletzungen oder Abgänge. Nimmt man das letzte Jahr als Beispiel, dann muss man einfach sagen, dass Osdorf und Wedel Teams waren, die über Jahre gewachsen sind. Wir haben hingegen überwiegend junge Spieler auf den Platz gestellt und aufgebaut, denen anfangs natürlich noch die Erfahrung fehlt.“

Mit 28 Einsätzen in Hamburgs höchster Spielklasse ist Yannik Reinke schon der erfahrenste Saseler Akteur. „Gegen Bramfeld standen zum Beispiel fünf Spieler in der Startelf, die noch nicht eine Oberliga-Minute absolviert haben. Die anderen maximal 20 spiele, wenn überhaupt. Der Gegner hatte hingegen einige hundert Oberliga-Minuten auf dem Platz. Seit ich hier bin, haben wir es in allen drei Saisons geschafft, oben mitzuspielen. Und in dieser Saison haben wir gegen keines der Top-Teams verloren. Deshalb brauchen wir uns überhaupt nicht zu grämen. Ganz im Gegenteil. Wir spielen eine starke Saison!“ Schließlich führt Sasel das Tableau ja auch nicht umsonst an.

Nach Perz: Auch Cholevas, Keunemann und Schlichting im Anflug

"Sturmriese" Lasse Keunemann (li.) verschlägt es von BU an den Parkweg. Foto: KBS-Picture.de

Auch wenn die Liga-Zugehörigkeit für die neue Saison noch unklar ist, kann uns Zankl bereits eine ganze Menge in Sachen Kaderplanung verraten. Aktuell haben schon vier externe Neuzugänge beim Hansa-Primus zugesagt: Namentlich handelt es sich dabei um Matthias Cholevas (Concordia), Lasse Keunemann (BU), Yannick Schlichting (TuRa Harksheide) und Marcel Perz (Bramfelder SV)! Während Schlichting gerade an den Folgen eines Kreuzbandrisses laboriert und zum Vorbereitungsstart noch nicht dabei sein kann (Zankl: „Wir hoffen aber, ihn relativ schnell mit einbinden zu können“), möchte der Übungsleiter Angreifer Keunemann an dessen „Leistungsgrenze ranführen. Er hat trotz der wenigen Spiele und des nicht gerade großen Vertrauens bei BU immer seine Tore gemacht. Er ist ein klasse Typ und kommt aus dem Bezirk. Ich verspreche mir einiges von ihm.“ Gleiches gilt natürlich auch für M. Cholevas, der bei Cordi seine Oberliga-Tauglichkeit bereits unter Beweis gestellt hat. „Über seine Qualitäten muss ich nicht viel sagen. Ich habe ein bisschen was mit ihm vor und kann ihn mir sehr gut in einer tragenden Rolle in meinem System vorstellen. Er passt auf jeden Fall super rein“, ist sich Zankl sicher. „Auf der Ebene der Erfahrung verbessern wir uns zur nächsten Saison gravierend. Die Neuzugänge sind zwar jung, aber sind nicht grün um die Ohren und verfügen bereits Herren-Erfahrung. Sie alle haben ihre Qualität schon gezeigt, ob über kurz oder lang.“

19 Mann bleiben an Bord - weitere Gespräche folgen

Aus dem derzeitigen Kader haben bereits die drei Torhüter Maximilian Richter, Todd Tuffour und Jo-Daniel Krohn, der nach seinem zweiten Kreuzbandriss in Folge „im Oktober wieder aufs Eis geschickt“ werden soll und das erst einmal bei der zweiten Mannschaft, um sich dort Spielpraxis zu holen, sowie die Defensivleute Sebastian Zinselmeyer, Marwin Bolz und Tobias Steddin zugesagt. Letztgenannter wäre um ein Haar der dritte Saseler innerhalb kürzester Zeit gewesen, der den Sprung zur U23 der Kiezkicker geschafft hätte. Ebenfalls weiter an Bord sind: Timo Adomat, Niko Zankl, Lukas Wenzel, Adem Aydin, Jean-Lucas Gerken, Dario Warlich, Daniel Lichy, Tolga Celikten, Lenny Kratzmann, Lukas-Gabriel Kourkis, Lenny Kratzmann, Benedikt Neumann-Schirmbeck und Henrik Köncke, der nach langer Leidenszeit wieder mit dem individuellen Training begonnen hat und zum Vorbereitungsstart wieder voll dabei sein soll. Weitere Gespräche werden in den nächsten Tagen geführt.

Sieben Akteure gehen oder treten kürzer

Nico Behrends wurde in den letzten Jahren immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen - nun tritt er berufsbedingt kürzer. Archivbild: noveski.com

Nicht mehr dabei sein werden Ken Niederstadt (SC Condor), Ruven Scharnberg (Düneberger SV), André Lohfeldt (USC Paloma II, „Jeder Trainer wünscht sich so einen Spielertypen – ein überragender Charakter, der jetzt aber mehr Zeit für die Familie haben will“), Kevin Göde und Nico Behrends (beide Ziel unbekannt) sowie Yannik Reinke und Diego Wohlers. Während Reinke dem Verein in jedem Fall treu bleiben wird, aufgrund eines Abendstudiums aber nicht mehr regelmäßig trainieren kann und deshalb vorranging in der zweiten Mannschaft zum Einsatz kommen wird (Zankl: „Wenn Not am Mann ist, steht er uns auf jeden Fall zur Verfügung“), könnte auch Wohlers nach ewiger Verletzungsseuche bei der Reserve-Mannschaft des TSV die Vorbereitung absolvieren, wenn denn das Knie hält. Bei Göde und dem langjährigen Saseler Behrends stehen die Zeichen hingegen auf Abschied. „Behre muss nach zweieinhalb schwierigen Jahren erst einmal abschalten, Abstand gewinnen und den Kopf freikriegen“, erklärt Zankl. „Er ist aktuell zwar ‚gesund‘, kann aber eben kein Spiel über 90 Minuten bestreiten. Das schlaucht schon sehr stark und das merkt man ihm an. Deshalb wird er berufsbedingt kürzer treten.“

Autor: Dennis Kormanjos

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