Mein FussiFreunde

30.04.2017

Croatia hat den „Pajcic-Punch“ gegen unterirdische Uhlen!

Croatia demontiert lustlose Adler

Spieler und Funktionäre von Croatia Hamburg feiern den wichtigen "Derbysieg" im Abstiegskampf.

Für Adriano Napoli war es ein Wiedersehen mit alten Freunden und Bekannten. Sage und schreibe neun Spieler, die heute der Startelf von Croatia Hamburg angehörten, hatte auch Napoli zu seiner Zeit beim Landesliga-Absteiger schon unter seinen Fittichen. Einer, der nicht dazu gehörte: Josip Pajcic. Der Kroate, der in der Heimat bereits Zweitliga-Luft schnuppern durfte, spielte mit Napolis neuem Team, den Uhlenhorster Adlern, an diesem Vormittag regelrecht Katz und Maus!

Nein, so präsentiert man sich nun wahrlich nicht. Auch wenn es rein tabellarisch betrachtet für UH-Adler um nichts mehr ging, verspielten sich die Uhlen mit diesem Auftritt nicht nur Ansehen, sondern nahmen auch noch ungewollten Einfluss auf den Abstiegskampf. Denn das, was die „Gastgeber“ im „Platz-Derby“ an der Beethovenstraße gegen den dort ebenfalls ansässigen Klub von Croatia Hamburg im ersten Durchgang aufs Parkett legten, war weniger als gar nichts. „Natürlich hätte ich mit mehr Gegenwehr gerechnet“, gestand auch Croatia-Coach Wolfgang Geelhaar nach dem überaus wichtigen Erfolg seiner Schützlinge, führte aber auch gleichzeitig an: „Für den Gegner ging es eben um nichts mehr und für uns um sehr, sehr viel. Wir brauchen jeden Punkt!“

Unterirdische Uhlen leiten Debakel ein

Mit dieser Einstellung gingen seine Mannen auch ins Spiel. Vor allem ein Akteur: Josip Pajcic war an jenem Vormittag kaum zu stoppen. Gegenspieler Luc Hunger dürfte nach diesem Spiel leichte Alpträume bekommen haben – wenngleich seine Teamkollegen ebenfalls einen rabenschwarzen Tag erwischten. Vor dem 0:1 spielte Robert Wullwage einen katastrophalen Fehlpass im Aufbau. Diesen bestrafte Pajcic, nachdem er von Ivan Klaric herrlich auf die Reise geschickt wurde (30.)! Wenige Augenblicke darauf leistete sich Fermin Tribaldos Rubio einen noch eklatanteren Fehler, als er im eigenen Sechzehner gegen Pajcic ins Dribbling gehen wollte. Der 25-jährige Offensivakteur der „Gäste“ luchste ihm das Spielgerät ab und schoss mit einem langen Bein zur 2:0-Führung ein (31.)! Was auch immer Tribaldos Rubio in jener Situation ritt – es wird vermutlich für immer sein Geheimnis bleiben.

Doch das sollte es noch nicht gewesen sein in den ersten 45 Minuten. Denn nach einer Ecke und riesengroßer Konfusion im UH-Fünf-Meter-Raum stocherte Marko Suton das Leder über die Linie (45.). Oder doch nicht? Der Verteidiger wurde dabei auch noch zu Fall gebracht, so dass das Schiedsrichter-Gespann vor der Entscheidung stand: Tor – oder Elfmeter und Rot? Nach kurzer Beratung zeigte Referee Volker Grimm in Richtung Mittellinie. 3:0 Croatia! Alles deutete auf eine herbe Abreibung der „Uhlen“ hin. Es konnte nach der Pause also nur noch darum gehen, ein wenig Schadensbegrenzung zu betreiben. Das sollte auch lange Zeit gelingen. Denn in den ersten 20 Minuten nach Wiederanpfiff war zumindest in Ansätzen so etwas wie ein Aufbäumen zu erkennen. An die große Aufholjagd glaubte aber trotz dessen wohl kaum ein Beobachter. Im Gegenteil. Es kam noch dicker!

Keeper Lutter bester "Uhle" - Croatia noch nicht aus dem Schneider

Wieder war es Pajcic, dessen Rechtsflanke von Timo Widmayer nicht weit genug geklärt wurde. Mario Beslic krabbelte unter Bedrängnis schon fast am Boden herum, brachte es aber noch irgendwie fertig, die Kugel mit einer Art Seitfallzieher rechts oben in den Winkel zu befördern (77.)! Der Abstiegskandidat führte inzwischen 4:0, ehe UH-Kapitän Sven Drews mit einem 15-Meter-Strahl in den Giebel für etwas Ergebniskosmetik sorgte (80.). Nachdem der völlig gebrauchte Tag des Fermin Tribaldos Rubio aufgrund eines Nachtretens gegen M. Beslic vorzeitig beendet war (83.), stellte Josip Vidovic den Endstand her, als er UH-Schlussmann René Lutter nach einem wunderbaren Zuspiel von Zvonimir Klus umkurvte und locker einschob (88.)!

Während Lutter, der den verletzten Robert Block vertrat, mit einigen Paraden ein noch höheres Debakel verhinderte, wurde Croatias Torsteher Kevin Perusko kaum geprüft. Dies ist umso verwunderlicher, da Perusko eigentlich ein Feldspieler ist. Da Rückkehrer Joschka Grimme aber aus privaten Gründen fehlte, musste Perusko zwischen die Pfosten und zeigte zweimal, dass er eine echte Alternative ist. Gegen Wullwage (72.) und Florian Simon (87.) parierte er glänzend! „Kevin ist immer so ein bisschen mein Notnagel“, verriet Geelhaar anschließend. Trotz des klaren Erfolgs und des auf sechs Punkte angewachsenen Vorsprungs auf den ersten Abstiegsplatz wollte der Croatia-Coach aber noch nichts von einer Vorentscheidung wissen. „Noch sind drei Spiele zu spielen. Deshalb sollten wir die Kirche mal im Dorf lassen und ruhig bleiben. Es war sicherlich ein großer Schritt, aber eben nur ein Schritt. Nicht mehr und nicht weniger.“

"Muss heute die ganze Mannschaftsleistung hervorheben"

Nachdem Josip Pajcic bereits in der Vorwoche beim 2:2 gegen Billstedt-Horn beide Croatia-Tore erzielte, hatte er mit seinem Doppelschlag binnen nicht einmal 100 Sekunden erneut einen nicht unwesentlichen Anteil daran, dass sein Team diesmal sogar dreifach punkten konnte. „Er hat in Kroatien höher gespielt, kann den Aufwand aber arbeitstechnisch gar nicht mehr stemmen“, verriet Geelhaar. „Natürlich hat er einen sehr großen Anteil. Aber ich muss heute mal die ganze Mannschaftsleistung hervorheben. Denn die Jungs haben mal etwas disziplinierter und taktisch orientierter gespielt.“

Autor: Dennis Kormanjos

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