12.05.2017

Cholevas wird Teutone – ein Kiezkicker auch!

Oberliga-Neuling rüstet weiter gewaltig auf

Mit purer Entschlossenheit bei der Sache: Cordi-Kapitän Georgios Cholevas wird in der kommenden Saison Teutone. Foto: KBS-Picture.de

Die ersten Namen hatten es bereits in sich. Doch die Verpflichtungen des Dassendorfer Trios Frederic Böse, Seyhmus Atug und Beytullah Atug waren nur der Anfang. Die Personal-Rochade beim Oberliga-Aufsteiger FC Teutonia 05 geht weiter – und wie! Denn nach unseren Informationen heuert ein Duo an der Kreuzkirche an: Einer von ihnen ist derzeit noch Kapitän bei Oberliga-Top-Team Concordia. Der andere Neue befindet sich derzeit noch in Diensten von Regionalligist FC St. Pauli II.

„Ich bin nun seit fast vier Jahren bei Cordi. Sportlich war es eine wirklich gute und schöne Zeit. Aber mit dem Trainerwechsel ist bei mir einiges kaputtgegangen. Ich brauchte etwas Zeit, um mich auf die neue Konstellation einzulassen. Aber das habe ich getan und werde bis zum Schluss alles geben, damit ich mir nichts vorzuwerfen habe. Dennoch habe ich für mich festgestellt, dass mir ein Tapetenwechsel im Sommer guttun würde“, verrät uns Georgios Cholevas, der die „Bekkampler“ in dieser Saison auch als Kapitän aufs Feld führt. Mit dem Wort „Tapetenwechsel“ ist ein sportlicher Neuanfang gemeint: Den Cholevas junior wird Cordi den Rücken kehren und beim FC Teutonia 05 von Neuem durchstarten! „Ich bin damals zu Cordi gewechselt – ich würde mal behaupten, wie fast 90 Prozent des aktuellen Kaders –, weil mein Vater dort Trainer wurde. Natürlich war ich im ersten Moment traurig, schockiert und wütend zugleich, als er gehen musste. Trotzdem habe ich mich voll in den Dienst der Mannschaft gestellt und versucht, dem neuen Trainer den Einstand so leicht wie möglich zu machen.“

"Für mich kamen nur Cordi oder Teutonia in Frage"

Wird die U23 des FC St. Pauli nach einer verkorksten Saison wieder verlassen: Emre Coskun. Foto: KBS-Picture.de

Dennoch stand mit dem Abgang von „Aki“ Cholevas auch der Weggang seines Sohnes zum Saisonende fest, wenngleich er unter gewissen Umständen auch über einen Verbleib nachgedacht hätte. Aber: „Ich habe ein Gespräch mit dem neuen Trainer von Teutonia 05 geführt und in diesem einen sehr guten Eindruck gewonnen. Junge Trainer sind zurzeit ja sehr modern – aber er hat eben auch viel Elan versprüht. Teutonia spielt einen sehr guten Fußball, hat viele gute ‚Fussis‘ in den Reihen und ist nicht umsonst mit so großem Vorsprung Meister geworden. Zudem verfolgt der Verein sportlich ambitionierte Ziele. All das hat mich sehr gereizt“, so der 22-jährige Außenverteidiger, dem der Abschied von Cordi nichtsdestotrotz schwer fällt. „Natürlich bin ich in gewisser Weise auch traurig. Ich bin hier nach drei Jahren zum Kapitän aufgestiegen und die Mannschaft ist echt top! Ich kenne alle Leute im und um den Verein herum und habe einen super Draht zu ihnen. Aber die Geschichte mit meinem Vater hat auch bei mir Risse und Spuren hinterlassen. Trotzdem fällt es mir schwer, den Verein zu verlassen. Am Ende kamen für mich nur Cordi und Teutonia in Frage. Alles andere hat mich nicht gereizt.“

Mit den „Kreuzkirchlern“ möchte sich Cholevas zum „kleinen RB Leipzig“ der Oberliga aufschwingen. „Ich selbst bin sehr ehrgeizig und will immer das Bestmögliche erreichen. Ich denke, mit dem Kader kann man im oberen Drittel landen. Dennoch wird es erstmal wichtig sein, mit Teutonia in der Oberliga Fuß zu fassen.“

Ex-Condoraner Coskun kommt ebenfalls

Fuß fassen möchte auch der insgesamt fünfte Zugang der Ottensener möglichst schnell: Dabei handelt es sich um keinen geringeren als Emre Coskun! Der 20-Jährige zeigte nicht zuletzt in der Saison 2015/16 sein Können im Hamburger Oberhaus beim SC Condor, wo er 13 Mal traf und damit das Interesse höherklassiger Klubs weckte. Im vergangenen Sommer wechselte der heute 20-Jährige schließlich zur U23 des FC St. Pauli, wo er jedoch alles andere als glücklich wurde. Unter Chefcoach Joachim Philipkowski fand der Offensiv-Allrounder keinerlei Berücksichtigung und kam in der laufenden Saison nur eine winzige Minute zum Einsatz, als er gegen den VfB Lübeck (1:1) eingewechselt wurde. Das soll sich beim Oberliga-Neuling ändern. "Wir hatten ihn schon im letzten Jahr auf dem Zettel, als er bei Condor in der Oberliga auf sich aufmerksam gemacht hat. Deshalb freuen wir uns sehr, dass es nun geklappt hat und hoffen, dass er bei uns wieder an diese Leistungen anknüpfen kann", so T05-Sportchef Bert Ehm.

Autor: Dennis Kormanjos

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