01.03.2017

Schneppel: „Hier wird das Licht nicht ausgehen“

Lohbrügges Coach spricht über Etatkürzungen und sportliche Zukunft

Die drei Punkte waren eine Basis, um überhaupt den Kopf hochzunehmen und in die Zukunft schauen zu können“, sagt VfL-Trainer Sven Schneppel.

Den ersten Schritt Richtung Klassenerhalt nach der Winterpause machte der VfL Lohbrügge am vergangenen Wochenende mit seinem 2:1-Sieg. Trotzdem tritt Sven Schneppel auf die berühmte Euphoriebremse. „Die drei Punkte waren eine Basis, um überhaupt den Kopf hochzunehmen und in die Zukunft schauen zu können“, sagt der VfL-Trainer. Über genau diese Zukunft und die Gerüchte, der VfL habe finanzielle Probleme, hat der Übungsleiter mit den FussiFreunden gesprochen. 

Die triste Stimmung mochte nach dem Spiel des VfL Lohbrügge gegen die Zweitvertretung des SC Condor II so gar nicht zur Stimmung von Sven Schneppel passen. Grau und wolkenverhangen präsentierte sich der Himmel über dem Kunstrasen am Binnenfeldredder, immer wieder hatte es schon während des Spiels zu regnen begonnen. Doch als die 90 Minuten vorbei waren, huschte ein Lächeln über das Gesicht des Trainers, der in diesem Moment zufrieden war. „Das war nach langer Zeit endlich ein Neubeginn. Wir sind unserer Linie treu geblieben. Natürlich mussten wir den Rückstand erst einmal abschütteln und aus den Kleidern bekommen. Ich habe Spielern wie Javad Gurbanian und Agatino Indulto in der Halbzeitpause gesagt, dass sie ihren Sicherheitsfußball aufgeben sollen. Wir mussten mutiger Fußball spielen“, erklärte der 44-Jährige nach dem 2:1-Erfolg seiner Schützlinge.

Interesse an drei Rückkehrern

Ist Adam Hamdan (re. hier gegen Kosovas Christopher Hoff) ein Kandidat für eine Rückkehr zum VfL Lohbrügge im Sommer? Foto: KBS-Picture

Diese vergrößerten durch den Sieg den Vorsprung auf den ersten Abstiegsrang auf drei Punkte. Kein großes Polster, aber der VfL hat im Gegensatz zum Barsbütteler SV, der derzeit mit 15 Zählern auf dem 14. Rang liegt, noch ein Spiel weniger absolviert. „Unterm Strich haben wir grundsätzlich noch nichts erreicht. Die drei Punkte waren eine Basis, um überhaupt den Kopf hochzunehmen und in die Zukunft schauen zu können“, erklärt Schneppel, „wir müssen weiterhin punkten, um die Klasse zu halten. Nichts anderes haben wir im ersten Halbjahr 2017 vor. Doch auch, wenn „unterm Strich noch nichts gewonnen ist, müssen die Planungen vorangehen“, verdeutlicht der Coach.

„Es sieht gar nicht schlecht aus. Die Spielergespräche für die neue Saison werden jetzt beginnen“, sagt der Übungsleiter, „dann werden wir sehen, was wir machen. Wir haben uns ja schon im Winter umgeguckt und hatten dabei Leute auf dem Zettel, die wir haben wollten, aber nicht bekommen haben.“ Die Bemühungen um diese Spieler – drei an der Zahl, wie Schneppel sagt – „werden wir jetzt intensivieren. Es geht um Jungs, die auch Interesse haben, zurückzukehren, weil sie bei ihren Vereinen nicht glücklich geworden sind.“ Dabei könnte es sich um Akteure wie Julian Kerschke (TuS Dassendorf), Arne Nüchterlein (zuletzt SV Curslack-Neuengamme, pausiert derzeit) und Adam Hamdan (SV Curslack-Neuengamme) handeln.

Schneppel muss ohne Dartsinis auskommen

Kann sein Amt als Manager aus beruflichen Gründen nicht mehr wie bisher ausüben: Alex Dartsinis. Archivfoto: Bode

Ein Problem, das dabei auf den VfL zukommt: Am Binnenfeldredder sitzt das Geld nicht mehr so locker, wie es früher einmal der Fall gewesen sein soll. „Es ist doch überall so, dass keiner mit der Schatulle aus dem Haus kommt und 10.000 Euro in die Kasse haut“, sieht Schneppel keinen Nachteil, „wir werden nach wie vor einen veritablen Etat haben, bei dem wir aber gucken müssen, ob und wo es Einsparpotenziale gibt – sei es beim Trainergehalt oder bei neuen Schuhen oder sonst irgendwas.“ Man müsse Lösungen finden, „wer sich an welcher Stelle vorstellen kann, zu sagen: Ja, ich verzichte sehr gerne im Sinne des Vereins um das Loch zu stopfen. Dann werden wir uns so aufstellen“, sagt Schneppel „und wenn wir ein Loch haben, dann werden wir es stopfen. Wir haben ja im Hinblick auf die neue Saison noch ein halbes Jahr Zeit.“ Er sei sich sicher, so Schneppel, „dass wir eine schlagkräfige Truppe stellen werden. Der Spirit, der bei uns im Moment herrscht, wird ausgebaut.“

Soll heißen: Wie bereits jetzt in der Rückrunde wird der Coach seinen Kader auch für die neue Spielzeit unter der Prämisse aufbauen, dass sich darin eine gute Mischung aus Eigengewächsen und erfahrenen Spielern wiederfindet. „Das wird die Zukunft sein. Wir wollen wesentlich besser sein als im zweiten Halbjahr 2016. Sicher ist: Hier wird das Licht nicht ausgehen. Wir werden weiter konzentriert arbeiten. Der Zusammenhalt und die Arbeit mit der Mannschaft machen mächtig Spaß derzeit“, lobt Schneppel, der bei diesen Aufgaben mit seinem Ex-Spieler Yusuf Ay („Er will mal reinschnuppern, ob das was für ihn ist“) derzeit einen neuen Co-Trainer an der Seite hat, aber in Zukunft auf Manager Alex Dartsinis verzichten, der sich aus beruflichen Gründen seiner Aufgabe nicht mehr wie bisher widmen kann.

Jan Knötzsch 

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